Böll Heinrich: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
- Rahel Rebholz

- 30. Juni 2021
- 2 Min. Lesezeit
Seitenzahl: 137
Preis: CHF 14.90
Bestellnummer Weltbild: 3557837

Text auf dem Buchrücken:
Am Vorabend von Weiberfastnacht verlässt eine junge Frau von siebenundzwanzig Jahren gegen 18.45 Uhr ihre Wohnung, um an einem privaten Tanzvergnügen teilzunehmen. Vier Tage später klingelt sie an der Wohnungstür des Kriminaloberkommissars Walter Moeding und gibt zu Protokoll, sie habe mittags gegen 12.15 Uhr in ihrer Wohnung den Journalisten Werner Tötges erschossen…
Mein Feedback:
Die Kapitel sind sehr unterschiedlich lang. Während einige Kapitel knapp eine halbe Seite umfassen, strecken sich andere über zehn Seiten. Die ersten beiden Kapitel haben nichts mit der Geschichte zu tun, sondern geben Auskunft über Quellen oder darüber, ob der folgende Text fliessend sei. Ich empfand diese Kapitel als nicht nötig und störend. Die Art, wie Heinrich Böll die Geschichte schreibt, mochte ich nicht besonders. Die Sätze sind sehr lang und verschachtelt. Oft gibt es Teile in Klammern, welche mich als Leser eher verwirren. Zudem sind die Sätze kompliziert und mit vielen Kommas geschrieben.
Die Grundidee des Buches finde ich gut. Es wird deutlich aufgezeigt, welchen Einfluss die ZEITUNG haben kann und wie schnell sie das Leben ins Negative verändern kann. Nicht nur die Welt der Hauptfigur Katharina Blum, sondern auch das Leben von ihren Arbeitgebern, ihrer Mutter und ihren Freunden wurde durch den Journalisten Tötges zerstört oder gar beendet. Trotz der starken Veränderungen der Menschen sind ihre Taten und ihr anderes Wesen nachvollziehbar. Obwohl das Buch kurz ist, kann man deutlich erkennen, wie sehr Katharina unter dem Druck der Polizei leidet und wie verfälscht die ZEITUNG die ganze Sache darstellt. So passt auch der Titel «Die verlorene Ehre der Katharina Blum - oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann» sehr gut.
Ich würde das Buch wohl nicht ein zweites Mal lesen. Trotzdem hat mir die Erzählung eine neue Sichtweise auf die ZEITUNG gegeben und lässt mich mehr darüber nachdenken, was in den Medien alles wahr ist und was nicht.
Zum Buch von Heinrich Böll gibt es einen gleichnamigen Film, welchen ich bisher nicht gesehen habe.


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