Becker Jurek: Jakob der Lügner
- Rahel Rebholz

- 5. Mai 2021
- 2 Min. Lesezeit
Seitenzahl: 395
Preis: CHF 17.90
Bestellnummer Weltbild: 85886757
Text auf dem Buchrücken:
Auf dem kleinen Taschenbuch findet sich kein Text auf dem Buchrücken. Bei der Normalgrösse ist folgender Text geschrieben:
Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, das hat Jakob Heym zufällig erfahren. Und er erzählt es den anderen, die mit ihm eingeschlossen sind im Ghetto einer polnischen Stadt und schon fast alle Hoffnung verloren haben. Und damit die anderen ihm auch glauben, behauptet Jakob, er habe ein Radio. Nun kommen alle zu ihm, um nach Neuigkeiten zu fragen, die Mut machen, weiter auszuhalten in einer Welt, in der die Deutschen die Vernichtung der Juden betreiben. So wird aus ihm Jakob der Lügner; er lügt, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben und damit die Kraft zu widerstehen.
Mein Feedback:
Das verlinkte Buch ist ein Taschenbüchlein (ungefähr 9 cm breit und 14.5 cm hoch). Es wäre aber auch in der «normalen» Grösse erhältlich. Was mir am Buch nicht gefällt, ist die Tatsache, dass es keine Kapitel gibt. Bei groben Unterbrüchen der Handlung wurde einfach ein Leerschlag zwischen die Zeilen gesetzt. Der Schreibstil des Autors hat mich ebenfalls nicht überzeugt. Ich musste sehr konzentriert sein, damit ich die Handlung nachvollziehen konnte, da die Sätze ziemlich kompliziert geschrieben sind. Die Geschichte hat mir wiederum gut gefallen. Die Geschehnisse sind gut vorstellbar und glaubhaft. Zugleich ist die Geschichte traurig, da sie auf wahren Gegebenheiten basiert. Dem Leser ist es möglich, sich in die Charaktere hineinzuversetzen und ihren Kummer nachzuvollziehen. Der Erzähler bringt immer wieder kurze Sequenzen von seinem eigenen Leben oder schreibt, dass er gewisse Teile erfunden hat. Das lockert die Geschichte auf.
Im Grossen und Ganzen kann ich das Buch empfehlen. Ich finde es spannend zu lesen, wie das Leben im Ghetto damals war und wie Jakob es schafft, mit Lügen Hoffnung zu geben und den Menschen dadurch so viel Lebensmut zurückzugeben.
Zum Roman gibt es einen gleichnamigen Film, welcher leider nicht auf Netflix geschaut werden kann. Der Film ist aus meiner Sicht sehr gut gemacht. Man versteht alles, ohne das Buch gelesen zu haben. Die Atmosphäre vom Ghetto ist sehr eindrücklich dargestellt. Einige Einzelheiten weichen vom Buch ab, das finde ich schade. Dies ist aber bei den meisten Verfilmungen so. Ich kann den Film jedem empfehlen, der sich für solche Themen interessiert.




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